Palästina-Tage 2014

Vorwort

Die diesjährigen Palästinatage sind als Festival konzipiert. Um einmal nicht nur über Palästina zu sprechen, sondern es selbst sprechen zu lassen, sollen das Land, seine Kultur, seine Geschichte sowie die Lebensrealität seiner Menschen durch Bilder des alten und neuen Palästina, durch Tanz, Theater, Literatur und Film unmittelbar zur Anschauung kommen. Denn Palästina ist in der Gefahr zu verschwinden, geographisch durch die fortschreitende israelische Kolonisierung, politisch durch das Scheitern aller Friedensbemühungen seit Oslo und die Spaltung der Widerstandsbewegung und auch gesellschaftlich durch die Zersplitterung des palästinensischen Volkes in mindestens fünf Entitäten mit unterschiedlichem Rechtsstatus: Es gibt Palästinenser in der besetzten Westbank, im abgeriegelten Gazastreifen, im annektierten Ostjerusalem als non-citizens, in Israel als non-Jews und auf derganzen Welt als Flüchtlinge ohne Rückkehrrecht.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die palästinensische Sache reduziert auf die Frage nach der Möglichkeit einer staatlichen
Existenz zu Bedingungen, die Israel nützen. Dabei wird allerdings immer deutlicher, dass Israel einen solchen Staat prinzipiell ablehnt. In dieser Situation ist Kultur ein elementarer und politisch relevanter Träger der gefährdeten Identität, ein Ort des Überlebens und des Sumud, des Standhaltens.

Wir haben angesichts der letzten verheerenden israelischen Offensive im Gazastreifen erlebt, dass die Politik der Unterdrückung, Vertreibung und Annexion durch den jüdischen Staat eine neue Dimension erreicht hat, die – nach dem einschlägigen Urteil von Völkerrechtlern gemäß Artikel 2 der UN-Konvention von 1948 – den Tatbestand des Genozids erfüllt. Sie wird ermöglicht durch die Komplizenschaft der westlichen Welt und der arabischen Länder.

Vor diesem bedrohlichen Hintergrund soll dieses Festival dem palästinensischen Volk eine lebendige Stimme geben, die zur Solidarität im Kampf für Gerechtigkeit aufruft auf der Basis von Völker- und Menschenrecht.

Veranstalter
Palästina Komitee München

Kooperationspartner
Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München

Mit freundlicher Unterstützung der Münchner Stadtbibliothek
und der Petra-Kelly-Stiftung

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Veranstaltungen

Jeweils 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltungen
Leben in Palästina damals und heute
Slideshow mit Fotos aus Palästina

Donnerstag, 09.10.2014, 19:30 Uhr
Ein Plädoyer für ein neues säkulares Jerusalem. Erinnerungen
Ofra Yeshua-Lyth: Buchvorstellung / Lesung mit Diskussion
EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80, E 01 (großer Saal)
Eintritt 7 Euro

Samstag, 11.10.2014, 19:30 Uhr
Route 181 – Fragmente einer Reise in Palästina / Israel. Teil 1: Der Süden
Eyal Sivan (isr.) und Michel Khleifi (pal.)
Film, 85 min.
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 7 Euro

Sonntag, 12.10.2014, 15:00 Uhr
Das Ashtar Theatre aus Ramallah
Theatervorstellung
Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1, Kleine Bühne
Eintritt 4 Euro

Sonntag, 19.10.2014, 19:30 Uhr
Palästinensische Innenansichten
Kurzfilmabend
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 7 Euro

Freitag, 24.10.2014, 19:30 Uhr
Wir haben ein Land aus Worten
Literarisch-musikalische Lesung mit Texten von Mahmoud Darwish
Seidlvilla, Nikolaiplatz
Eintritt 7 Euro

Dienstag, 28.10.2014, 19:30 Uhr
Remembering the past – Imagining the future
Vorträge von Muhammad Jaradat und Eitan Bronstein Aparicio
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 7 Euro

Donnerstag, 30.10.2014, 19:30 Uhr
Yalla Dabke!
Palästinensische Folklore mit Tanz und Musik
IG-Feuerwache, Ganghoferstr. 41
Eintritt 7 Euro

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