Palästina-Tage 2015

(Flyer der Palästina-Tage 2015)

Vorwort

Das Thema der diesjährigen Palästina-Tage formuliert eine Vision. Ausgehend von der Überzeugung, dass dieses Land allen gehört, die dort leben und gelebt haben, gibt sie dem Gedanken Raum, dass nur aus der Koexistenz der Völker dieses Landes in gegenseitiger Anerkennung, gleichberechtigter Partnerschaft und historischer Gerechtigkeit Frieden resultiert. Auf den ersten Blick scheint dieser Gedanke utopisch zu sein. Es sollte indessen nie vergessen werden, dass Juden, Palästinenser und viele andere Volksgruppen jahrhundertelang das Land miteinander geteilt haben, bevor koloniales und nationalistisches Denken diese Gemeinschaft zerstört hat. Zionismus und Nationalstaat sind daher von Anfang an z.B. von Martin Buber, Hannah Arendt und Albert Einstein als Gefahr für ein friedliches Zusammenleben in diesem Land gesehen worden.

Der Blick zurück in diese Vergangenheit kann darum der verfahrenen politischen Debatte eine neue Orientierung und einen neuen Impuls geben. Die Oslo-Verträge von 1993 und 1995 versprachen Frieden durch die Teilung des Landes in zwei souveräne Staaten. Israel aber wollte und will letztlich auf Judäa und Samaria, das Herz des “historischen Heimatlandes”, nicht verzichten. Der Status Quo blieb erhalten, die Verhandlungen blieben erfolglos, die Lebensbedingungen für die Palästinenser unter fortdauernder Besatzung wurden und werden immer unerträglicher, und die israelische Kolonisierung schreitet ungebrochen voran, sodass es inzwischen nichts mehr zu teilen gibt.

In dieser Situation müssen Stimmen und Konzepte zu Gehör gebracht werden, die seit langem auf eine alternative Sichtweise setzen. Bei den diesjährigen Palästina-Tagen sprechen daher israelische und palästinensische Vertreter dieser Vision über Möglichkeiten und Probleme des gleichberechtigen Zusammenlebens in einem ungeteilten Land als der nächstliegenden, unmöglich erscheinenden und doch einzig gerechten Lösung des Konflikts.
Gesucht wird nach neuen und eigenen Wegen, die aus der Stagnation des sog. Friedensprozesses ausbrechen mit dem Ziel, das Land nicht aufzuteilen, sondern miteinander zu teilen und damit die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft zu eröffnen.

Veranstalter
Palästina Komitee München

Kooperationspartner
Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München

Mit freundlicher Unterstützung der Münchner Stadtbibliothek,
der Petra-Kelly-Stiftung und des Ausländerbeirats München

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

V.i.S.d.P.
Palästina Komitee München
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80
80336 München

Veranstaltungen

Freitag, 12.06.2015, 19:30 Uhr
Vernissage und Auftaktveranstaltung der Palästina-Tage mit Mohamed Badarne
Haus der ESG LMU, Friedrichstr. 25
Eintritt frei – Spenden erbeten

Sonntag, 14.06.2015, 19:30 Uhr
Schildkrötenwut
Dokumentarfilm 2012
Regie: Pary El-Qalqili, arabisch/deutsch m.U.
Arena Filmtheater, Hans-Sachs-Str. 7
Eintritt 8,50 Euro

Dienstag, 16.06.2015, 19:30 Uhr
Reconciliation (Versöhnung) – Bedingungen des Friedens
Vorträge von Jeremy Milgrom (Jerusalem) und Ali Abu Awwad (Beit Ummar)
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 8 Euro

Freitag, 19.06.2015, 19:30 Uhr
Samir Mansour (Oud)
Musikalisch-literarischer Abend
Haus der ESG LMU, Friedrichstr. 25
Eintritt 8 Euro

Sonntag, 21.06.2015, 19:30 Uhr
Miteinander leben – Das Dorf Neve Shalom/Wahat Al-Salam
Vortrag von Rita Boulos (Neve Shalom/Wahat Al-Salam)
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 8 Euro

Montag, 22.06.2015, 19:30 Uhr
Volkswiderstand – Der gewaltlose Kampf um gleiche Rechte
Vortrag von Mazin Qumsiyeh (Beit Sahour)
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 8 Euro

Mittwoch, 24.06.2015, 19:30 Uhr
Ein Staat – Zwei Staaten – Drei Staaten
Vortrag von Miko Peled (San Diego, USA)
Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt 8 Euro

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